Flüsterdolmetschen

Diese Art des Dolmetschens wird auch „Chuchotage“ genannt; hierbei handelt es sich um eine Art Simultandolmetschen im Flüsterton, allerdings ohne Anlage, sondern am Ohr des Zuhörers vorbei. Flüsterdolmetschen wird eingesetzt, wenn nur ein oder zwei Delegierte einer bestimmten Sprache teilnehmen und sich damit eine Konsekutivübersetzung oder der Einsatz einer Simultananlage nicht lohnen würde.

In diesen Abschnitt fällt auch die Arbeit mit der mobilen Flüster- oder Führungsanlage (auch als „Dolmetschkoffer“ bezeichnet), die immer mehr in den Vordergrund tritt. Hierbei handelt es sich um eine Art des Flüsterdolmetschens, die hohe Flexibilität bietet, da keine Dolmetschkabine bereitgestellt werden muss, und daher z. B. bei Werksführungen eingesetzt wird. Der Dolmetscher bleibt in der Nähe des Vortragenden und flüstert die Version in der Zielsprache in ein drahtloses Mikrophon. Die Zuhörer im Raum sind mit einem Kinnbügelempfänger ausgerüstet. Diese Dolmetschart sollte allerdings nur unter bestimmten Bedingungen und für einen Zuhörerkreis mit maximal 25 Personen eingesetzt werden.

Vorteile:
  • Keine Simultankabine erforderlich
  • Hohe Flexibilität (deshalb insbesondere für Werksführungen geeignet)
Nachteile:
  • Das Flüstern stört die anderen Zuhörer (die Dolmetscher sitzen nämlich nicht in einer schalldichten Kabine)
  • Die Dolmetscher sind sämtlichen Nebengeräuschen ausgesetzt (da der zu dolmetschende Beitrag nicht über Mikrofon zu den Kopfhörern übertragen wird, wie das bei einer Simultankabine der Fall ist). Hier ist darauf zu achten, dass die Dolmetscher immer in der Nähe des Referenten positioniert werden müssen. Auch sollten die Teilnehmer bei Wortmeldungen sehr diszipliniert vorgehen, gleichzeitige Wortmeldungen verschiedener Teilnehmer sind zu vermeiden
  • Nur eine Sprachrichtung möglich
Einsatzbereich:
  • Seminare/Konferenzen/Veranstaltungen mit einer geringen Anzahl von fremdsprachigen Teilnehmern, die selbst keine Redebeiträge planen
  • Werksführungen